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CRAFT BIKE Trans Germany
powered by NISSAN



Sissi Pärsch, ist Allgäuerin, 33 und geht völlig unerfahren bei der dritten Auflage der CRAFT BIKE TRANS GERMANY 2009 powered by NISSAN an den Start. In ihrem Tour-Tagebuch wird sie täglich über ihre Erlebnisse berichten. Zudem ist Sissi – anders als ihr Name vermuten lässt – keine Prinzessin sondern arbeitet auch: Bei der PR-Agentur Kern Gottbrath Kommunikation betreut sie u.a. den Titelsponsor der Trans Germany, die schwedische Sportbekleidungsmarke CRAFT.


Samstag, 27. Juni 2009 - Tag 7: Da is das Ding!


Etappe Oberwiesenthal – Seiffen, 79 km, 1800 Hm

Durch! 660 km, 15.300 Höhenmeter – 4 Stunden 40 Minuten, für die finale Etappe. Keine Tränen, aber jede Menge Emotionen, Umarmungen und Party-Drang. Her mit dem Finisher Trikot! 

Wetter & Strecke: Heute morgen war mir alles egal. Beinlinge runter, keine Überschuh, brauch ich heute nicht, heute wird’s nicht regnen, heute ist Finale, heute gibt es Freibier. Schon am Start war ich mental und physisch gemischt drauf. Ui, hatte ich gestern dicke Beine und saure Sehnen. Nachdem mich Andrea spät am Abend noch durchgeknetet hatte, ging es des morgens wieder. Ich habe sogar auf das Tape an der Achillessehne verzichtet. Gewichtsreduktion.
Auf den ersten Kilometern reihte sich fluchender Schlauchwechsler an fluchenden Schlauchwechsler. Nur konzentriert bleiben, haben wir uns noch gesagt, die Jutta und ich. Und es ging eng zu. Das Feld war dicht beieinander. Bei Kilometer 12 kam dann der erste Unfall und das sah gar nicht gut aus. Es beängstigt nicht. Es beklemmt. Die nächsten Kilometer wurde nicht viel gesprochen. Jeder versucht sich einzureden, dass es schlimmer aussah, als es tatsächlich war.
Als ich meine Stimmung nach einer langen Abfahrt wieder hochmanövriert hatte, erfuhr ich, dass Jutta einen Platten hat. Sie war hinter mir und ich habe es nicht mitbekommen. Ihr Freund war bei ihr, sie war also versorgt, aber wir wollten schon gerne zusammen bleiben. Da brauchte es die Jungs, Postman-Thomas und FM4-Chris, einen wunderschönen Single Trail durch einen verträumten Birkenwald und die Aussicht auf Freibier, um die Stimmung wieder hochzuschaukeln. Gefühlte 345 Rampen später die Zieleinfahrt – es ist vollbracht. Abklatschen, umarmen, anstoßen. Uns alle verbindet nun diese Woche. Es waren nicht nur sieben Etappen, die wir zusammen auf dem Bike genossen und gelitten haben. Fremde haben sieben Tage miteinander Spaß gehabt, Lazarettgeschichten und e-mail Adressen ausgetauscht – wir haben uns eben kennengelernt. Unter extremen Bedingungen. Was für ein Trip!

Stimmung: Es ist mir ein arges Anliegen, hier und jetzt sofort aufzuräumen mit falschen Eindrücken! Nun habe ich von pessimistischen Sachsen am Wegesrand berichtet. Und von dem Nahrungsmittelnotstand in Oberwiesenthal. Sächsische Kehrtwende heute! Nach wenigen Kilometern kam der erste Zwischenruf: „Sissi, aufpassen, gleich wird’s steil!“ „Siehste,“ dachte ich mir, „ein witziger Sachse“. Prompt wurde es steil, verdammt steil! Bei der ersten Verpflegungsstation rief mir ein weiterer Sachse zu, dass nicht alle seiner Landsmänner Pessimisten wären und ich solle mich auf Seiffen freuen. Ja, davon kannste ausgehen! So. Seiffen! Tolle Stimmung, reichlich Essen. Gewichtsmaximierung! Seiffen ist ein hübsches Städtchen voller Schnitzer! Hier wird geschnitzt, was das Zeug hält! Nussknacker und Christbäume und auch Siegermedaillen. Und wenn sie nicht schnitzen, die Seiffener, dann sind sie einfach nur nett! Gerade eben erkundigte ich mich in der Touristeninfo nach dem Shuttle zum Hotel. Da meinte die Dame: „Ach, da ruf ich an beim Berghof, die holen Sie ab.“ ?!?!?!?!?! Es war auf der Strecke immer wieder irritierend, Wanderer zu sehen, die uns Biker mit einer La Ola begrüßten. Sonst muss man ja ab und an Angst haben, dass der Wanderstock in der Speiche landet. Und in Seiffen werde ich gar völlig verschmutzt und verschwitzt ins Hotel chauffiert. Ich bin mir sicher, hier weiß man auch, wie gefeiert wird!
 

Grüße: Heute wird nicht gegrüßt, heute wird gefeiert! FM4-Chris, Ollie (der uns tagtäglich im Presse Office mit seiner unerschöpflichen Geduld, seinem hessischen Charme und weiteren unzähligen positiven Eigenschaften verwöhnt hat) und ich brechen jetzt auf zur Party! Danke fürs Lesen, danke fürs Feedback!

Ich widme diese letzte Etappe dem Craft and Friends Team und zwar ganz arg inklusive Nicole, unserer Standfrau, Umsorgerin, Taschenträgerin, Unterhalterin und meine Zimmerpartnerin.

 


Freitag, 26. Juni 2009 - Tag 6: Motive am Berg


Etappe Schöneck – Oberwiesenthal, 79 km, 1850 Hm

4 Stunden 50 – trocken im Ziel! Ha! Ich war gut drauf! Ich habe heute alle (die hinter mir waren) den 10 km langen Fichtelberg Anstieg komplett hochgezogen. Ich bin eine Gams! Vergangene Nacht habe ich mich im Schlaf umgedreht. Und bin aufgewacht, weil ich versucht habe das pedalierenderweise zu tun... Biken im Blut.


Wetter & Strecke: Schöneck gab sich zum Frühstück nebulös. Nix hamma gsehn! Allerdings war es am Start trocken und relativ schnell lichtete sich nicht nur das Feld, sondern auch die Wolkendecke. Zack, runter mit den Armlingen, Reißverschluss vom Trikot auf, Jauchzer. Der Antritt gegen das Wetter – eine ganz große Motivation am heutigen Tage! Michael Jackson tot, nachmittags Gewitter – das waren die News. Beides keine großen Überraschungen. Also Gas geben, damit man trocken ins Ziel kommt. Endlich haben wir etwas von der Landschaft gesehen. Wirklich hübsch ist es hier mit viel Wald und Hügeln und Skisprungschanzen. Die schwierigste Stelle verlief heute entlang eines Bachs. Dicke, glitschige Wurzeln auf einem engen Trail und rechts abfallend das Bachbett. Kuschlig wirkte es da unten allerdings nicht. Ein geradliniger Bachlauf in einer Plastikrinne, die aussah wie zementiert. Da ging es ganz böse zu. Ein Oberarmbruch, Sally – die Zweitplatzierte – ist aktuell noch im Krankenhaus (das Rennen hat sie trotzdem beendet). Claudi aus unserem Team hat außer Kopfweh, vollkommener Durchnässung und ein paar Bike-Schäden den Eintaucher gut überstanden. Sie möchte sich gerne auf diesem Wege bei den anderen Fahrern bedanken, die sie sofort umsorgt haben. Gefährlicher Trail! Trotz der Anstiege bin ich immer wieder froh um mein Fully. Daniel (Gathof) vom Team Rocky Mountain meinte heute morgen, er hätte schon ein paar Mal neidisch an mich und mein Fully gedacht. Gottseidank bin ich kein Profi! Ich muss Daniel mal fragen, ob er sich im Schlaf auch pedalierend umdreht.

Stimmung: Hervorragend! Auch entlang der Strecke! Bei einer der Schanzen rief mir doch tatsächlich eine ganz arg nette Frau zu, sie fände mein Tagebuch super. Es liest jemand! Mensch, da tritt es sich doch gleich leichter! Das bringt mich zu meiner heutigen Unterkategorie, dem Thema Motivation: Neben dem Drang, vor dem Gewitter im Ziel zu sein, ging es mir heute vor allem darum, endlich mal in Ruhe mit zwei tollen Männern ein Bier zu trinken. Den beiden Rockies, Jens und Marco (fesche Jungs siehe Foto), stelle ich jeden Tag ein vollgeschlammtes Radl vor die Nasen und hole es am nächsten Morgen blitzeblank und überholt wieder ab. Aber damit noch nicht genug! Der Jens setzt noch einen drauf. Jeden Tag fotografiert er für mich und trägt mir die fertig gebrannte CD ins Pressezentrum hinterher. Heute stoßen wir an! Eine andere Art der Motivation gab es für uns an den Anstiegen. Der dichte Wald ist wunderschön, allerdings haben die Fliegen nicht viel zu tun. Es fehlt ihnen ganz offensichtlich die Ablenkung durch Kühe und deren Fladen. So stürzten sich schwarze Schwärme auf uns Biker. Unzählige! Am Berg! Was wollen die denn von uns? Den Schweiß? Bei 17% wild fuchtelnd die Fliegen auf der Nase und im Ohr zu vertreiben ist eine gefährliche Sache. Meine Taktik war schnell hochkommen, damit man sie schnell bergab los wird. Eben auch eine Motivation. Ein Tipp an Leute, die sich überlegen so ein Rennen mal mitzufahren und deren Motivation dabei die (eigene) Gewichtsreduktion ist. Ganz schlechtes Motiv! Ich beispielsweise glaube bereits zugenommen zu haben. Schuld wäre dann wohl das Frankenland. Oberwiesenthal auf jeden Fall nicht, denn da gab’s als Zielverpflegung ein Brötchen pro Person.


Grüße: Einmal umgekehrt: Per email grüßt Susanne Bergfloh Lothar, der die Höhenmeter genießen soll, weil das besser ist, als mit grün-lila-blauen Beinen daheim vor dem PC zu sitzen. Jürgen grüßt Thomas, der gestern einen Scheiß-Tag hatte mit zwei Platten und einem kaputten Schaltwerk. (Lauter heftige Geschichten hier! Jürgen, viel Spaß auf der Transalp, meld Dich, wenn Du Pötercreme-Tipps brauchst.) Und Regina und Dietmar grüßen Tochter Stefanie samt Marco. Wieder vielen Dank für die unterstützenden Mails von überall her! Diese Etappe widme ich meinen Eltern, die nicht nur die Besten sind, sondern auch mit Fürsorge an mich denken! Meine Mutter hat sich gerade telefonisch erkundigt, ob ich für Sonntag auch ausreichend Aspirin dabei habe. Habe ich! Freibier bei Craft, freie Aspirin bei Sissi.

 


Donnerstag, 25. Juni 2009 - Tag 5: Tokio Hotel im Anstieg


Etappe Bad Steben – Schöneck, 98,9 km, 2232 Hm

Nach 6 Stunden Fahrzeit im Ziel. Meine Sehne hält und ich fühl mich besser als am ersten Tag. Andrea, die Physiotherapeutin vom Team Zwillingscraft, hat gestern einen Knödel in meiner Wade entdeckt und zerquetscht. Heute ist der Schmerz auch beim Gehen deutlich geringer. Die Trans Germany wird zu einer Art Kur für mich. Ein bisschen wie Heilfasten. Obwohl nicht alles heil ist und gefastet wird erst recht nicht. Die Franken sind ganz großartige Gastgeber! Aber das Wetter haben sie nicht im Griff... Die ersten 30 km waren eine Tortur!

Wetter & Strecke: Aufgewacht, rausgeschaut, Nebel gesehen, gedacht, vielleicht isses die Kurzsichtigkeit, Brille aufgesetzt, wieder rausgeschaut, Nebel gesehen, leise geflucht. Pünktlich zum Start kam dann der Regen. Wenn man auf den ersten 2 km gleich vollkommen durchnässt wird und das Hinterrad des Vordermanns Schlammfontänen schießt, da muss man mental stark sein. Ich bin mental stark. Ich hatte bisher auf der 2. Etappe Momente des Zweifels, aber seitdem keine Sekunde mehr. Also durch. Irgendwann hörte der Regen auf und ich war prompt versöhnt. Der Rest der Etappe lief super! Im Sonnenschein auf hartem Grund ist es sicher hübsch, aber so wissen wir, dass wir die Härtesten von allen sind! Ich kann leider nichts über die Strecke berichten, weil ich sie nicht gesehen habe. 90% der Zeit war meine Brille vollgesaut. Gesehen habe ich jeweils für wenige Minuten nach den drei Verpflegungsstationen. Retter Lutz ruft immer bei meiner Einfahrt, ‚Goldammer, lass mich Deine Brille putzen.’ Das macht er ganz hervorragend. Allerdings habe ich auch dann nicht viel gesehen, ob des Nebels.

Gruppe: Jutta und zwei ihrer Aschaffenburger Bike-Kollegen, die uns super gezogen haben. Marek ist raus – er hat zwei tiefe Löcher über seinen Sitzknochen. Wie er meint: „Der Pole ist offen“. Das ist wirklich, wirklich schade und bringt mich zu meinem heutigen Sonderthema, dem Gesäß: „Fei richtig dick auftragen!“ meinte Holger vor der Tour zu mir. Ich war perfekt informiert über Gesäßcremes und hab kräftig auf die Tube gedrückt. Deshalb und weil ich ein tolles Sitzpolster, ein tolles Fully und einen guten Sattel fahre, bin ich verschont geblieben. Aber die Gangart unter den Fahrern tendiert stark zur Breitbeinigkeit. Heute morgen bei den Sanis wurde die Creme literweise ausgeschöpft.

Stimmung: Die Franken! Was ist denn mit denen los? Bad Steben war sensationell! Noch nie waren die Verpflegungsstationen so gut! Kuchen, Schoki, Wurstbrote. Heute säumten an dem Anstieg ‚L’Alpe d’Hof’ Schilder den Weg ‚Nur noch 600 m bis zum Wurstbrot’. Höchste Motivation! Überhaupt war in Franken die Stimmung super. Während in Oberhof das Durchschnittsalter wohl eher so um die 70 liegt, ist Bad Steben wieder reich an Nachwuchs. Die wohl heftigste Rampe heute kam recht schnell und verlief über schwieriges Terrain. Da säumten unzählige Kinder die Strecke. Nun feuern die Kinder von heute nicht mehr mit Kuhschellen an wie wir einst. Nein! Sie sind Tokio Hotel Konzert erprobt und kreischen was das Zeug hält. Mir wurde ganz anders! Ganz anders wurde es auch in Sachsen. Es scheint mir gar, dass hier ein paar Pessimisten leben. Der erste fährt mit seinem Rad eine Weile neben uns: „Nur noch 25 km habt ihr. Aber es geht nur noch bergauf. Erst im Wald stetig bergauf, ui, schwieriger Untergrund. Dann richtig steil bergauf.“ Ich habe ihn gebeten, uns nicht weiter zu motivieren. 10 km später klatscht ein Pärchen. Er meint: „Oh oh.“ Ich fühle mich angesprochen und denke, es ist womöglich was mit meinem Bike oder dem Aussehen. Also frage ich warum denn oh oh. „Ja, das wird richtig steil. Ganz schwer, ganz schwer.“ Ach so. 10 km später meint ein Mann: „Nur noch ein paar Kilometer – aber nur noch steil, nur noch steil.“ Bis zum Ziel warteten wir vergeblich auf den richtig steilen Teil. Alles Ansichtssache.

Grüße: Jochen grüßt Nicole, die Bauwagen-Jungs und die Kollegen, von denen 2 Rad fahren können. Christian grüßt Jürgen. Ollie grüßt den Apfelkern.
Tonny und Bogi senden Grüße an die Familien in der dänischen Heimat, wo es warm und sonnig ist – und an ihren Team-Mate Hendrik, der nach seinem Sturz gestern am Schlüsselbein operiert wird. So auch Stefan von Team Zwillingscraft. Alles Gute!
Ich bedanke mich bei Euch für Eure Grüße – ob dem Rocky-Fahrer aus der Schweiz, den Sportlern aus Nordhessen oder Arnhild (alles richtig geschrieben...).
Ich widme diese Etappe allen, die mit mir nächste Woche bei Sonnenschein im Biergarten sitzen werden.

Und nicht vergessen, hier gucken: http://fm4.orf.at/chriscummins





Mittwoch, 24. Juni 2009 - Tag 4: Wald, Wiesen, Wurzeln und Wadln


Etappe Oberhof – Bad Steben, 123 km, 2500 Hm

Ich bin schon wieder im Ziel. Dank einem ganz unglaublichen Rettungsteam hier vor Ort, eifriger Kühlung, Voltaren, einem Kompressionsstrumpf, fester Fixierung im Schuh, verstellten Cleats und meinem Wahnsinnswadln!

Jetzt ist es spät, meine Sehne ruft nach Abkühlung, meine linke Kontaktlinse ist ein Schatten ihrer selbst und meine Gedanken sind Blei. Deshalb heute nur kurz:

Zustand: Gestern Abend hatte ich mich entschieden, auf jeden Fall an den Start zu gehen. Ich wusste, die Jungs von der Rettung haben allesamt ein Auge auf mich geworfen. Heute morgen wurde also fleißig getaped, so dass ich nicht mehr laufen konnte, aber gut in der Pedale stand. Deshalb die Devise: Bloß nicht absteigen. Bei Marek lautete die Devise: Bloß nicht hinsetzen. Das Gesäß ist langsam Hauptgesprächsthema im Feld.

Wetter & Strecke: Landunter im Süden, Sonnenschein im Norden – mittendrin auch heute: wechselhaft. Jeden Morgen meint Guido, morgen wird’s schöner und ich bin mir sicher, er glaubt es wirklich. Ein freudiges „Echt?“ sparen wir uns inzwischen. Kühl, bewölkt, ein wenig nieselig und ein wenig Gegenwind. Aber kein heftiger Regen. Schlamm gab es auch, aber der Anteil war deutlich geringer und der Schlamm deutlich nicht mehr so tief. Heute hatten wir die längste Etappe vor uns. Es stand also Kilometerfresserei auf dem Programm. Das lief am Anfang auch ganz toll, am Ende kam uns dann doch noch ins Bewusstsein, dass es auch noch 2500 Höhenmeter zu bewältigen gab. Fiese Anstiege auf den letzten 20 km – das Ziel war wieder wunderschön! Die Strecke stand unter dem Motto Wald-, Wiesen- und Wurzel-Trails. Wieder ein wahrer Genuss. Gleichzeitig hat uns der Untergrund – Achtung! – schwer geschlaucht. So viele Schlauchwechsler habe ich die Tage noch nicht gesehen!

Gruppe: Weil es grad so schön war – mehr (um Holger) oder weniger (um Jutta) die gleiche Gruppe wie gestern. Es ist so entspannend zu wissen, dass egal was passiert, die Mitfahrer warten und helfen werden. Da darf die Kette runterrasseln, ein Platten kommen, die Blase drängen (da hilft dann keiner, das macht man selbst) oder die Trinkflasche zu früh geleert sein... Holger hatte gestern Abend ein langes Meeting. Das lange Meeting hat ihn ein wenig mitgenommen. Deshalb fuhr er mit uns. Er hatte viel Durst und ein wenig Kopfweh und wohl auch eine kleine Magenverstimmung, auch wegen dem Meeting. Und hat uns trotzdem über 120 km gezogen. Chris hat mich gestern für FM4 interviewt und uns als Reggae-Gruppe beschrieben. Hmmm.

News & Sensationelles: Wieder nichts! Obwohl man mich heute auf 23 geschätzt hat – im Schatten! Ich will nicht den Tratsch & Klatsch ausplaudern, den ich von den Physios weiß. Aber das sind ganz heiße News sind, sag ich euch, ganz heiß...

Grüße & Widmung: Martina aus der Schweiz grüßt ihren Chef und Lars – ganz lieb, beide glaub ich. Christian grüßt Kristiane – ich pass auf ihn auf! Mehr konnte ich auf dem Weg vom Dessert ins Pressezentrum nicht sammeln.
Ich möchte mich ganz herzlich bei Euch für die Anspornerei bedanken! Bitte schreibt nicht an Menschen, die mich vielleicht kennen und die email weiterleiten werden, schreibt an mich: paersch@k-g-k.com Nur nette Sachen oder einfache Wünsche!
Ich widme diese Etappe meinen Kollegen. Ihr haltet mir in der heißesten (im übertragenen Sinne) Phase den Rücken frei. Was n Team! Wir sind KGK! Und wir werden bald 10!  





Dienstag, 23. Juni 2009 - Tag 3: Internationale Grenzüberschreitung


Etappe Bischofsheim – Oberhof, 95 km, 2696 Hm

Die härteste Etappe, sagte man uns. Knapp 2700 Höhenmeter. Und bei mir lief’s so gut wie die beiden Vortage nicht: super Gruppe, kein Regen und endlich, endlich knackige Anstiege!

Wetter & Strecke: Was soll ich Euch sagen: wechselhaft. Aber heute hat es nicht geregnet. Trotzdem gab’s Schlamm und davon haufenweise auf den letzten Kilometern bergab nach Oberhof. Aber zum Anfang: Start bei Sonnenschein (wie bisher alle Tage) in Bischofsheim. Der erste Anstieg gleich ganz hübsch, mir gefällt’s, so kenn ich es aus den heimischen Bergen. Doch dann kam eine kilometerlange Strecke, die uns zwar einen offenen Blick in die Rhön bot, aber mit Gegenwind zur Qual wurde. Windschattensuche... Da bin ich ja sowas von schwach! Leichter Anstieg, Teerstraße, Gegenwind. Geht gar nicht! Und dann kam Thomas – mein Retter in Gelb (nicht von dem ADAC, sondern von der Post) und zog mich immer wieder an die Gruppe! Super Kerl! Es kamen dann doch endlich wunderbare Trails, super zu fahren und wieder knackige Anstiege – so wie ich’s mag. Es war mein Tag!

Gruppe: International! Christian habe ich die letzten Tage immer im Press Office getroffen. Er berichtet für den österreichischen Kult-Radiosender FM4 von der Tour und ist so cool wie sein Sender. Dann Josef aus Holland: groß, drahtig und der älteste Teilnehmer im Feld. In 2 Wochen wird er 65 – verdammt stark in der Ebene (hmmm), aber die Berge kennt er noch nicht so. Dann noch Thomas, der Mann von der Post, Jutta und ich. Und dann stieß plötzlich aus dem nirgendwo noch Marek zu uns. Marek ist Franke, aber ursprünglich aus Polen. Direkt zum Grenzübergang nach Thüringen hat er uns von seiner Flucht 1988 berichtet. Wir fuhren über die alte Grenzstraße, ein Holterdipolter schrecklich, und Marek fluchte aus Polnisch und schimpfte ein wenig auf Erich Honecker. Die Gruppe war super! Sehr unterhaltsam, da vergehen knapp 7 Stunden wie im Flug. Naja, okay, die letzte Stunde nich mehr so...

Stimmung: Der Tag begann mit Autogrammwünschen unglaublich vieler Schulkinder. So groß kam mir Bischofsheim gar nicht vor. Aber viele Schulkinder haben die da! Und ich sah wohl so professionell aus, dass der Wunsch nach einem Autogramm in ihnen aufkam. Ich habe sie prompt an die Profis Bresser und Gathof verwiesen. „Sie feuern wir richtig an,“ meinten zwei Mädels. Ich kann’s halt mit Kindern... Wirklich wieder eine Wahnsinnsstimmung!

News: Ich hatte heute eine unglaublich tolle Etappe und habe mich so gut gefühlt im Ziel! Meine Beine sind keine Spur schwer, mein Kopf ist frei – aber meine Achillessehne ist entzündet. Ab Kilometer 70 habe ich sie gespürt und nicht wirklich Gedanken darüber gemacht. Ibuprofen hab ich ja dabei. Ich habe mir dann doch noch eine Meinung eingeholt. „Das schaut nicht gut aus“. Wolfi (Marketingmann bei Craft und selbst Achillessehnenrissopfer) sagt „Nimm es nicht auf die leichte Schulter“. Also muss eine dritte Meinung her, die mir sagt, dass alles gut ist und ich mir keine Sorgen machen muss und ich mit Holger morgen 120 km fahren kann und ich nach noch vier Etappen ins Ziel kommen und dort so richtig feiern werde. Hin zum Rettungsteam. Noch ein vernichtenderes Urteil. Ich habe immer gesagt, ich werde keine Verletzung riskieren und dachte dabei eher an mein Knie. Jetzt schauen wir mal. So eng liegt Hoch und Tief zusammen.

Grüße: Habe ich heute nicht mehr gesammelt. Aber Marek grüßt Erich...  





Montag, 22. Juni 2009 - Tag 2: Schlammschlacht


Etappe Frammersbach – Bischofsheim, 83 km, 2050 Hm

Uiuiui! Es hat sich angekündigt, als nach wenigen Kilometern ein Schweizer Fahrer vor mir komplett, aber wirklich komplett, in eine Pfütze – eine unglaublich tiefe Pfütze – fiel. Schuld war wohl eine Blockade am Bike. Er sollte nicht der einzige bleiben, der aussah wie, na ja, Sau halt. Was für eine Schlammerei!

Wetter & Strecke: Wechselhaft. Ich kann’s nicht mehr hören. Wechselhaft. Da macht man sich doch Hoffnung, dass zumeist die Sonne strahlt. Ich zumindest. Und was passiert. Es kommt wechselhaft. Die ersten Kilometer durch den Spessart waren wieder unglaublich schön! Erst einmal vorbei an dich gedrängten Schulkindern, entspannt bergauf und hinein in die Single Trails im dichten Wald. Da war es noch trocken, aber von der Nacht ein wenig aufgeweicht – na ja und dicke Pfützen gab es auch schon. Dann wurde es regnerisch, dann wurde es windig, dann wurde es kalt. Bergauf quälten wir uns durch losen Schotter oder schweren Sand. Und wieder diese sanften Anstiege – kilometerlang zwischen 4% und 9%. Fies! Kilometer 40 bis Kilometer 60 habe ich komplett mit fluchen verbracht. Dann kam wieder eine Verpflegungsstation, die Jungs nahmen mir die Brille vom Gesicht, polierten sie, füllten meine Flasche auf, sagten ‚Auf geht’s’ und ich war wieder voll motiviert. Dann kam der letzte Anstieg und dann kam der Schlamm. Unsere Reifen waren mit einer Zentimeter dicken Schlammschicht überzogen und schlingerten in der Gegend herum wie die Politiker im Wahlkampf. Mein Gott sahen wir aus! NICHT wie Politiker im Wahlkampf, sag ich Euch!

Gruppe: Jutta aus Aschaffenburg hatte mich gestern schon angesprochen, ob ich die mit dem Tagebuch bin. Das habe ich bejaht. Stimmt ja auch. Ich denke, Jutta hat mich angesprochen, weil sie gelesen hat, dass noch eine Frau zum ersten Mal dabei ist und auf durchkommen fährt. Heute haben wir es zusammen probiert, es kamen im Laufe der Zeit einige dazu und es hat super geklappt. Es wurde eindeutig weniger geredet als gestern. Komisch, dass mein Schnitt nicht so gut ist wie gestern. Vielleicht sollte ich mehr reden. Oder es sollte schöner Wetter werden. Oder mein Körper sich besser regenerieren.

Feld: Das Rennen ist wahnsinnig hochkarätig besetzt. Da vorne geht es zu! Aber auch das Mittelfeld ist wahnsinnig stark! Man sagt, dass klar weniger Hobby-Biker dabei sind als in den Jahren zuvor. Das kann ich mir schon vorstellen, weil es bei uns da hinten recht dünn ist.

Sensationelles: Keiner weiß was. „Bei dem Schlamm, hatte ich Scheuklappen auf – das war heut so anstrengend,“ meinte gerade einer zu mir. Schlamm zerstört mir den Tratsch und Klatsch!

Wohltuendes: Verpfleger an den Stationen; Sanitäter mit ihren Motocross-Maschinen, die z.T. OAL – also Ostallgäuer – Nummernschilder haben, die in mir Heimatgefühle aufkommen lassen; Kinder entlang der Strecke, die selbst gebastelte Schilder hochhalten und die Schüler der medfachschule in Bad Elster – was für Kneter!

Grüße: Jutta grüßt die AB Biker, Jürgen den Christian, der vor zwei Wochen Vater geworden ist und deswegen nicht mitfahren kann (ich meine: Christian, geh und massiere Deiner Frau die Füße!), Andreas grüßt seine zwei Frauen, und Kai hat einen Engel zu Hause. Und ich widme diese Etappe Steve.





Sonntag, 21. Juni 2009 - Tag 1: Ein einziges Auf und Ab


Etappe Erbach – Frammersbach, 102 km, 2257 Hm

Um es vorweg zu nehmen: Das Leader-Trikot werde ich morgen nicht tragen. Aber ich bin ins Ziel gekommen und hatte 6:11 (Fahrzeit Start – Ziel) Stunden vollgestopft mit purem Bike-Spaß auf wunderschönen Trails.

Wetter: Traumwetter zum Start in Erbach. Sonnenschein, aber nicht zu heiß – so wie ich’s bestellt hatte. Bei der zweiten Verpflegungsstation hieß es dann „Macht langsam, in Frammersbach schüttet es aus Kübeln.“ Da haben wir über eine Einkehr nachgedacht, der Biergarten sah ganz verlockend aus, aber hilft ja nix. Irgendwann hat es uns dann auch erwischt und wir waren innerhalb von kürzester Zeit vollgeschlammt. Aber der Schauer war schnell vorbei und bald war der Himmel wieder weiß-blau so wie es sich gehört in Bayern. Die nächsten Tage schauen allerdings nicht so rosig aus...

Gruppe: Ich hatte ja arge Befürchtungen, dass es für mich recht einsam wird. Aber heute hätte ich es nicht besser erwischen können. Jill, meine Marathon-Partnerin und Unterhaltungsmaschine vom Gardasee, ist heute die Auftaktetappe als Training (für die Trans-Alp) mitgefahren. Und da hatte ich meine perfekte Begleitung. Jill ist blutjung, Hessin und auch ein durchaus kommunikativer Typ. „Die Jill atmet durch die Haut,“ sagte man mir einst über die Jill, weil sie auch am Berg noch fleißig redet. Holger meinte gerade im Ziel, unsere Gespräche würden an „Lärmbelästigung grenzen.“ Finde ich übertrieben. Es gab durchaus auch meditative Kilometer. Auf den Trails kann man ja nicht nach hinten brüllen. Das bringt mich zu unserer männlichen Begleitung: Holger und Dirk. Holger (Chef von Craft Deutschland und Herz des Teams Craft and Friends) ist der Wahnsinn. Er hätte locker eine Stunde vorher ins Ziel kommen können, aber hat es mit uns langsam angehen lassen. Und Dirk ist Jills Vater – die beiden fahren gerne interne Rennen aus. Dirk ist auch Chef von Rocky Mountain Deutschland. Sein Enkel heißt Scott. Kein Scherz. 
Wir vier hatten heute wirklich eine Menge Spaß. Wer die interne Wertung (Mädels vs. Jungs) gewonnen hat – ach, ich möchte nicht drauf rumreiten!

Strecke: Ein einziges Auf und Ab! Das schlaucht. Kurze Rampen, zähe, lange Anstiege.  Aber wunderschön! Als Alpenvorländler ist man immer wieder überrascht, dass Gott auch an anderer Stelle mit voller Hingabe gewaltet hat. Und das hat er hier im Odenwald! In der Strecke stecken richtig viele traumhafte Single-Trail Kilometer und es geht größtenteils durch Waldgebiet – Flow!

Fahrer: Alle kenne ich noch nicht. Aber das wird schon. Die Stimmung ist generell super. Am Start, auf den ersten Kilometern (dann waren die meisten weg), im Ziel. Die Leute an der Strecke sind übrigens der Wahnsinn. Die Trans Germany scheint auch Anlass für private Feiern am Wegesrand zu sein. Und in Großheubach, dem ersten bayerischen Ort nach dem hessischen Start, ging es richtig zur Sache! – Für die Fahrer: Sprecht mich ruhig an. Ich habe heute schon mit einigen schön geplauscht. Ihr müsst also nicht erst schüchtern bei Craftlern anklopfen. Ich bin total nett. Und erzählt mir Geschichten – mir geht nämlich langsam der Stoff aus!

Stürze: Ich. Mir kam jemand entgegen. Der hatte seinen Tacho verloren. Da hat’s gekracht. Aber war nicht seine Schuld. Man muss sagen, dass ich auch verdammt schnell unterwegs war. Jill meinte kurz vor dem Ziel: „Cool, bei Dir sieht man trotz Dreck noch das Blut!“

Grüße und Sensationelles: Sensationell ist nicht, dass Guido Kunze (ebenfalls Craft and Friends) mit Kehlkopfentzündung die Trans Germany fährt. Und dieses Jahr zum ersten Mal auf einem MTB sitzt. Auf einem komplett neuen. Sensationell ist, dass er die Tour als Training nimmt, weil er in wenigen Tagen die Deutschland Tour fährt – er startet ein paar Tage nach den Profis und fährt dann durch. Ja durch. Am Stück. Und dann kommt er vor den Profis ins Ziel. Das ist der Guido, der hat das vergangenes Jahr schon bei der Tour de France gemacht. Der Guido! Außerdem grüßt Claudia Uli und Silke Ellen und Ollie grüßt Janine.

Das Craft and Friends Team grüßt komplett nur einen – den wir auf der heutigen Etappe bergauf bergab im Herzen getragen haben: André, den Verkaufsleiter von Craft, der heute 40 geworden ist und eigentlich bei uns sein wollte, aber zu viel Arbeit hat. Alles Gute!





Donnerstag, 18. Juni 2009: Vorbereitung zur Regeneration

Noch 3 Tage bis zum Start der CRAFT BIKE Trans Germany 2009

„Schreib, was Du denkst. Das interessiert die Leute!“ meint Till, mein Chef und Tourtagebuch-Vorgänger. „Huch,“ denk ich mir, „da habe ich so meine Zweifel!“ In meinem Kopf schaut’s aus! Strukturiert sieht’s so aus:

  • Ziel: Das Ziel ist das Ziel. Und wenn ich es sieben Mal erreiche, dann wird geweint! Ausgangspunkt: Ich bike unheimlich gerne, aber ich bin völlig unerfahren und nicht gerade eine Maschine. Holger (Vorbild, Herz des Teams und Geschäftsführer von CRAFT) hat mich zu meinem ersten Bike-Marathon nach Riva mitgenommen. Nach dem Rennen hatte ich noch gut Reserven. Ich konnte es einfach nicht einschätzen und ließ es schön langsam angehen. Ole (stellv. Chefredakteur der BIKE – und Triathlet) meinte noch: „Wenn Du am Berg kein Blut schmeckst, machst Du was falsch!“ Ich hab mal wieder nicht auf ihn gehört.

Die Trans Germany wird wieder komplett anders und ich hoffe, dass das (überaus nette) Organisationsteam von Plan B nicht schon Rausschmeißer-Liedl spielen, wenn ich einrolle. Bei James Blunt überfahre ich die Linie nicht! Dann schon lieber Themensongs wie Patience oder Living on a Prayer.

  • Trainingsplan: „Geh her,“ hat der Hansi gesagt, „jetzt stellen wir Dir einen Trainingsplan zusammen.“ Und beim Hansi da geh ich her! Der Hansi war nämlich mal Deutscher Single Speed Meister. Und außerdem mit Peter, dem Fahrtwind-Chef, mein Fahrtechnik-Coach – sozusagen mein Trainer der ersten Stunde. Ende April hatte ich also einen Trainingsplan, viel Motivation und – dem Gefühl nach – ausreichend Zeit. Dann warf sich einiges dazwischen: Knie, Urlaub, Einkehrmöglichkeiten, Büro-Umzug, Regen und Sturm und noch mehr Einkehrmöglichkeiten.

Ich war immer aktiv! Aber ich konnte den Plan nicht konsequent durchziehen, hab mich und meinen Puls nicht überwacht und richtig gesteigert hab ich mich auch nicht. Die letzten 5 Tage waren allerdings super! Ich saß jeden Tag im Sattel, wenn auch nach der Arbeit nur 2 Stunden auf dem Renner. Jetzt am Wochenende war ich auf schönen, langen Touren in der Heimat – diszipliniert ohne Zwischen-Einkehr. Ich fühl mich echt gut und mein Kopf ist frei – mal abgesehen von dem Muffensausen. Und das v.a. dank meiner Trainingspartner – vielen Dank Jungs, Jen und Sarah!
Ab jetzt darf ich nicht mehr viel machen! Hansi sagt, die Regeneration ist enorm wichtig! Das sehe ich auch so und habe die Woche akribisch mit Biergartenterminen vollgepropft!

  • Ernährungsplan: Der wird bestimmt durch die Aussicht auf eine Woche Pasta! Mit Blick auf die Nudelei kommende Woche verlangt mein Körper nach bayerischer Küche und Grillfleisch. Immer auf den Körper hören!
  • Team: Dieses Jahr ist die Tour ein Einzelrennen und das macht mir zu schaffen. Ich bin allein mental nicht wirklich stark. Im Team hingegen bin ich motiviert. Außerdem langweile ich mich schnell mit mir allein. Ich habe mir schon überlegt, ob ich meinen iPod mitnehmen soll und vielleicht während der Tour Holländisch oder eine andere, für Bayern nützliche Sprache lernen soll. Ich habe so meine Zweifel, dass da wo ich fahre (hinten) überhaupt noch andere Biker sind. Natürlich fahre ich im CRAFT & Friends Team, einem Team aus CRAFT Mitarbeitern und Freunden und die Stimmung ist der Wahnsinn! Das bedeutet aber nicht, dass die anderen nicht alle schnell sind. Mal sehen, wen ich an meine Seite ziehen kann.
  • Ausrüstung: Bekleidung ist klar: Ich fahre im CRAFT & Friends Outfit und somit im Besten vom Besten! Mein Bike ist total frisch und wunderschön. Ein Rocky Mountain Altitude 50. Ja, da lacht ihr. Ein Racer isses nicht! Aber ich wollte kein Bike nur für die Tour, sondern ein schönes Fully, das auch bergauf Spaß macht. Ich hab es auf Empfehlung von Jens, dem Rocky Marketing-Mann, am Gardasee gefahren und der Jens weiß, was ich brauche. Sechs Touren haben wir zwei jetzt hinter uns und es läuft sehr gut! Außerdem habe ich mir ein Garmin GPS-Gerät auf den Lenker geschnallt. Einen Edge 705, der eine einzige farbliche Harmonie mit meinem Bike ergibt. Dazu zeichnet er die Strecke auf, erzählt mir wo ich bin, wie schnell ich bin oder welche Neigung der Berg hat. Wer hätte gedacht, dass meine technophoben Finger so viel Spaß mit dem Gerät haben können. Da lass ich das mit dem Holländisch lernen sofort weg.

Am Sonntag geht’s los. Es wird körperlich und mental eine unglaubliche Herausforderung für mich. Aber ich freu mich wahnsinnig, v.a. auf unser Team, die anderen Fahrer, die Menschen drumrum, die Landschaft – und natürlich auf die Einheimischen. Ich war noch nie in Mitteldeutschland. Die sind da aber sicher genauso offen, herzlich und chillig wie wir Allgäuer!

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Hier finden Sie eine kleine Auswahl aus der Performance und Elite Kollektion des schwedischen Herstellers. Zur Auswahl stehen
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Ausgabe 8/2010
Top-Thema:

Fullys: 26 gegen 29 Zoll

Ab 13. Juli am Kiosk!
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